Hans-Werner Breithausen, Bürgermeister

RZ Kreis Neuwied vom Dienstag, 26. September 2017, Seite 16

 

 

 

 

RZ Kreis Neuwied vom Freitag, 1. September 2017, Seite 21

 

 

 

Nicht nur Hans-Werner Breithausen (vorn links) freute sich über den Besuch von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (vorn rechts) im Dorfgemeinschaftshaus, in dem auch der MGV Oberraden einen Auftritt hatte.Foto: Ralf Grün

 

 

Malu Dreyer würde Breithausen wählen Ministerpräsidentin lobt Kompetenz und Verwaltungserfahrung

Wahlkampf

Von unserem Redakteur Ralf Grün

 

 

Lebte Malu Dreyer in den Verbandsgemeinden Rengsdorf oder Waldbreitbach, würde sie ohne Zögern ihr Kreuzchen bei Hans-Werner Breithausen machen. Daran ließ die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin beim gut besuchten Wahlkampfauftritt im Dorfgemeinschaftshaus Oberraden keinen Zweifel aufkommen. Und das war nach ihrer Ankunft schon die zweite Stelle während ihres Besuches im Rengsdorfer Land, an der Beifall aufbrandete.

Malu Dreyer war vor allem erschienen, um dem sozialdemokratischen Bürgermeisterkandidaten Rückenwind für dessen Kampf um das Spitzenamt in der neuen Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach zu geben. Die Landesmutter bedachte aber auch den SPD-Landratskandidaten Michael Mahlert und Martin Diedenhofen, der für die Genossen das Bundestagsdirektmandat im Wahlkreis holen soll, mit anerkennenden Worten.

Beeindruckt zeigte sich Malu Dreyer von Breithausens Vortrag. In dem schlug er einen weiten Bogen, sprach von lebenswerten Gemeinden für Jung und Alt, den Herausforderungen, die die Fusion mit sich bringe, verwies auf bereits Erreichtes, machte deutlich, wofür er stehen werde, sollte er die Wahl gewinnen und lobte seinerseits die Verwaltungsteams in Rengsdorf und Waldbreitbach. Sich selbst bezeichnete er als „Teamplayer, der auf eine geschlossene Mannschaftsleistung setzt". Als wichtigstes Faustpfand für das Wahlrennen sieht er dabei seine Verwaltungserfahrung: „Ich bin so optimistisch und sage: Wir schaffen das auch ohne hauptamtlichen Beigeordneten."

Die Ministerpräsidentin hob die Persönlichkeit Hans-Werner Breithausen hervor: „Allein, dass er trotz laufender Wahlperiode voll hinter der Fusion steht und zugunsten der Allgemeinheit seine persönlichen Interessen dafür unterordnet, zeigt alles."

Und das war noch längst nicht alles an Lob. Dreyer nannte Breithausen „einen Menschen, der sich total gut auskennt, kompetent und den Bürgern nah ist und der zudem Ideen mitbringt, wie es in Zukunft weitergehen kann. Ich würde den Mann sofort wählen, er ist echt überzeugend".

Gleichwohl ist es keine Kleinigkeit, eine Fusion umzusetzen, fuhr die Landesmutter fort. Und als Chef müsse man auch seine Mitarbeiter im Auge behalten. Dreyer: „Dafür ist die Verwaltungserfahrung von Hans-Werner ein großer Vorteil."

 

 

 

NR-Kurier vom 31.August 2017

 

 

 

Drei Bürgermeisterkandidaten stellten sich den Fragen

 

Die Bürgermeisterkandidaten für die neue Verbandsgemeinde (VG) Rengsdorf-Waldbreitbach stellten sich am Dienstagabend, den 29. August in Niederbreitbach den Fragen der FWG und den anwesenden Bürgern. Bei den Antworten konnten die Besucher schon Unterschiede ausmachen. Am deutlichsten ist er bei der Frage: ehrenamtlicher oder hauptamtlicher 1. Beigeordneter in der künftigen VG. In Euro ausgedrückt sind es für die Wahlperiode von acht Jahren 1,2 Millionen.

Die Kandidaten von links: Hans-Werner Breithausen, Ester Bender und Christian Robenek. Fotos: Wolfgang Tischler

Niederbreitbach. Die neu gegründete Freie Wähler-Gruppe Wiedtal-Rengsdorfer Land hatte die Bürgermeisterkandidaten für die neue VG eingeladen. Der hauptamtliche Bürgermeister wird am 24. September für acht Jahre gewählt. Es kandidieren Ester Bender (Grüne), Amtsinhaber Hans-Werner Breithausen (SPD) und der Ortsbürgermeister von Rengsdorf Christian Robenek (CDU). Die drei stellten sich den Fragen der beiden Moderatoren Holger Klein und Franz Homscheid von der FWG, die keinen eigenen Kandidaten stellt. Sie geben auch keine Wahlempfehlung ab, deshalb hatten sie die Kandidaten eingeladen, damit sich der Bürger selbst ein Bild machen kann. Rund 100 Besucher waren an dem Abend gekommen. Die erste Frage an die Kandidaten lautete: „Was ist ihr wichtigstes Ziel für die kommende Legislaturperiode?" Für Breithausen ist es das Zusammenführen der beiden VGs, der bestehenden Verwaltungen und der Finanzhaushalte, wobei er keinen Hehl daraus machte, dass auf die eine oder andere Gemeinde eine Mehrbelastung zukommen werde. Robenek konnte dem zustimmen, führte aber noch weiter Ziele aus. Bender meinte: „Ich strebe eine

lebendige Verbandsgemeinde an, in der die Bürger bei der Entwicklung einbezogen werden, mit guten Freizeitmöglichkeiten, guter Infrastruktur und Mobilität für alle." Beim Thema Infrastruktur heben alle drei auf gute Straßen ab. Robenek machte sich über den Schwerlastverkehr Gedanken und schloss Beantragung von Fahrverboten ab einer gewissen Tonnage nicht aus. Bender will den Öffentlichen Nahverkehr, insbesondere zwischen den beiden Zentren Rengsdorf und Waldbreitbach verbessern und denkt dabei an Kleinbusse. Breithausen erklärte, dass derzeit eine Studie für den ÖPNV laufe. Er verwies auch auf die Bürger-App, deren Testphase laufe und die Wichtigkeit des schnellen Internets, dass in der jetzigen VG Waldbreitbach sukzessive ans Netzt geht. „Viele Verwaltungsangelegenheiten könnten schon heute per Internet erledigt werden. Das Bürger-Informationssystem werde noch weiter ausgebaut", erklärte Breithausen. Einen ganz deutlichen Unterschied gibt es in der Frage: „Was investieren Sie um zu sparen". Breithausen war hier als erster gefragt. Er investiert in eine motivierte Verwaltung, dem Zusammenführen von Strukturen und Abbau von Personal durch natürliche Fluktuation. Er will die künftige Verwaltung mit einem ehrenamtlichen Ersten Beigeordneten mit einem eigenen Geschäftsbereich führen. In Rheinland-Pfalz gibt es genügend Beispiele, wo dies gut funktioniert. Er bezifferte die Gesamtkosten für einen Hauptamtlichen Beigeordneten auf 150.000 Euro jedes Jahr. „Dieses Geld können wir einsparen", sagte er. Christian Robenek sieht dies anders, denn der „Gesetzgeber hat nicht umsonst die Möglichkeit eingeräumt Verbandsgemeinden ab 20.000 Einwohner mit einem Hauptamtlichen Beigeordneten auszustatten". Wörtlich sagte er: „Ich traue mir nicht zu eine solche große Verbandsgemeinde ohne Hauptamtlichen Beigeordneten zu führen. Die Größe ist schon eine Hausnummer. Wer ein Geschäft eröffnet muss wissen, dass er erst einmal investieren muss." Bender ließ das Thema Beigeordneten außen vor und meinte, dass eine Verbandsgemeinde vielfältige Aufgaben zu erfüllen habe und nicht an den Strukturen gespart werden könne. Bericht zu weiteren Fragen wie Ehrenamt, Bürgernähe oder Kunstrasenplatz und Hallenbad im Wiedtal folgt. (woti)

 

RZ Kreis Neuwied vom Dienstag, 29. August 2017, Seite 14

 

Der erste Tenor will wieder an der Spitze stehen Hans-Werner Breithausen (SPD) möchte Bürgermeister der neuen VG werden

Porträt

Von unserem Redakteur Robin Brand

 

 

Rückzugsort Oberraden: Hans-Werner Breithausen und seine Frau Petra sind fest im 600-Einwohner-Dorf verwurzelt. Der bodenständige SPD-Mann bewirbt sich erneut um das Amt des Bürgermeisters der VG Rengsdorf-Waldbreitbach. Foto: Jörg Niebergall

 

 

Oberraden.

 

Eine Sache hat sich dann doch geändert: Den Fußball musste Hans-Werner Breithausen aufgeben, nachdem er Bürgermeister von Rengsdorf geworden war. Es blieb einfach keine Zeit dafür. Ansonsten aber hat sich der Mann, der so fest in Oberraden verwurzelt ist, viele seiner Angewohnheiten bewahrt. Die Mittagspause mit Ehefrau Petra gehört genauso zum täglichen Ritual wie das frühe Aufstehen. Der Montag ist noch immer für den Gesangverein geblockt. Es hat etwas Bodenständiges, wenn er auf der Terrasse mit Blick über das Dorf an der Seite seiner Frau erzählt, was das Bürgermeisteramt im Privaten verändert hat. Politiker würden wohl verlässlich dazu sagen.

Fast fünf Jahre ist Breithausen nun Bürgermeister von Rengsdorf, eigentlich bis 2020 gewählt, muss er früher als gedacht sein Amt verteidigen, der Fusion der Verbandsgemeinden Rengsdorf und Waldbreitbach sei Dank. Schon bevor er Bürgermeister wurde, war er viel in der Verbandsgemeinde unterwegs, blickt Breithausen zurück. „Als Bürgermeister wird da natürlich noch mal draufgesattelt." Ob Geburtstage, Seniorenfeiern, Vereinsjubiläen, Dorffeste am Wochenende oder Ratssitzungen an den Abenden unter der Woche: Damit, dass es mit der Freizeit nicht weit her ist, haben sich die Breithausens arrangiert. Der Verwaltungschef scheint darin aufzugehen: „Als Bürgermeister will ich nah bei den Leuten und mit den Vereinen in Kontakt sein", sagt er. Und Petra Breithausen hat die Gespräche mit den vielen unterschiedlichen Menschen schätzen gelernt.

Seit Breithausen 1976 seine Lehre begann, arbeitet er im Rengsdorfer Rathaus – obwohl er das anfangs gar nicht wollte. Da ihn als 15-jährigen Realschüler aber auch die Aussicht auf weitere Schuljahre im Gymnasium und ein anschließendes Studium nicht recht reizten, folgte er dem Vorschlag eines Nachbarn, des damaligen Rengsdorfer Büroleiters, sich doch auf eine Lehre im Rathaus zu bewerben. Mit keinen allzu großen Erwartungen bewarb sich der Jugendliche – um eine Absage zu kassieren. „Erst werde ich gelockt, und dann bekomme ich eine Absage. Da hab ich schon gedacht, das darf doch nicht wahr sein", erinnert sich Breithausen. Nur drei Wochen später folgt die Kehrtwende: Der junge Breithausen bekommt den Job. Mehrere Weiterbildungen und ein Fernstudium in Buchführung und Bilanzierung später kommt dann auch der Spaß dazu. Mit 30 wird Breithausen der jüngste Werkleiter im Kreis – und sein Ehrgeiz ist geweckt. „Das war schon was, und ich habe gemerkt, ich kann etwas bewegen", sagt Breithausen.

Während er im Rathaus die Sprossen der Karriereleiter bis zur obersten erklimmt, bleibt ihm Oberraden sein Rückzugsort. Seine Tätigkeit als DFB-Stützpunkttrainer musste Breithausen schweren Herzens

aufgeben, dem MGV Oberraden ist er treu geblieben. Schon als 16-Jähriger ist er dem Männerchor beigetreten, der noch heute rund 30 aktive Sänger hat. „Die Dorfgemeinschaft hat einen unheimlich hohen Stellenwert", erklärt Breithausen den Oberradener Erfolg. Klar, dass bei dieser Prägung auch die beiden Kinder der Breithausens eine enge Bindung zum Ort haben. Sohn Julian plant derzeit den Bau des Eigenheims im Dorf, Tochter Sarah hat dem Vater einen Enkelsohn geschenkt. Jeden Montag wird im Hause Breithausen „Im stillen Winkel" der „Oma- und Opatag" gefeiert. So früh wie möglich kommt der Bürgermeister dann von der Arbeit, um Zeit mit dem Enkelchen zu verbringen. Der Zeitplan ist eng getaktet. Denn montags probt auch der Männerchor. Und auf seinen ersten Tenor Hans-Werner Breithausen kann der MGV seit 41 Jahren zählen.

 

 

 

Seit 1981 in der SPD, seit 2004 im Kreistag

 

 

 

Hans-Werner Breithausen kommt am 22. August 1960 in Oberraden zur Welt. Nach dem Besuch der dortigen Volksschule geht er zur Realschule und absolviert anschließend eine Verwaltungsausbildung im Rengsdorfer Rathaus. Nach einem Fernstudium „Buchführung und Bilanzierung" wird er 1991 Leiter der Verbandsgemeindewerke. Seit 2004 ist er Kreistagsmitglied, seit Januar 2013 ist er Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rengsdorf. Der SPD gehört er seit 1981 an.

 

 

 

RZ Kreis Neuwied vom Samstag, 12. August 2017, Seite 14

 

 

 

 

„Wir sind angetreten, um Kosten zu sparen. Wir bekommen das auch ohne hauptamtlichen Ersten Beigeordneten hin.“

 

Hans-Werner Breithausen (SPD)

 

 

 Höhere Steuern? Kandidaten passen

Diskussion Breithausen und Robenek über Tourismus, Verwaltung und die Fusion

Von unserem Redakteur Robin Brand

 

Kurtscheid. Wirtschaft, Tourismus, Verwaltung: Zwei der drei Bürgermeisterkandidaten für die neue Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach haben in einer rund zweistündigen Podiumsdiskussion in der Kurtscheider Wiedhöhenhalle ihre Argumente dargelegt, warum sie der passende Mann für den Job sind. Die Grünen-Kandidatin Esther Bender war verhindert und deswegen der Einladung des Waldbreitbacher Gewerbeverbands nicht gefolgt.

Herausforderer Christian Robenek (CDU) sagte, die neue VG müsse Impulse setzen, damit die Akteure der Wirtschaft Hand in Hand arbeiteten. Mit Blick auf den Gewerbeverband Waldbreitbach und das Rengsdorfer Wirtschaftsforum betonte er: „Wir können uns nicht zwei Vereine leisten. Die Zusammenarbeit muss über die Grenzen hinweg funktionieren. Da bin ich bereit zu vermitteln.“

SPD-Kandidat Hans-Werner Breithausen sagte, er verstehe unter Wirtschaftsförderung etwas anderes. „Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, dass sich die Unternehmen hier ansiedeln. Es ist wichtig, dass die Kommunen Flächen ausweisen, und wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es den Ortsgemeinden gut“, so der derzeitige Rengsdorfer Bürgermeister. Das Wiedtal stelle dabei eine topografische Herausforderung dar. „Wir wissen, dass dort nicht alles machbar ist.“

In Sachen Tourismus dagegen sehen beide Kandidaten das Wiedtal als Zugpferd an. Die Zusammenführung der beiden VGs solle man in diesem Sektor „nicht übers Knie brechen“, mahnte Breithausen. Auch in Zukunft will er die VG als Wander- und Radfahrregion vermarktet wissen – weiterhin mit zwei Tourist-Informationen in den Unterzentren Rengsdorf und Waldbreitbach.

In den Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben sowie in den Campingplätzen im Wiedtal hat Robenek ein starkes Standbein ausgemacht, das es weiter auszubauen gelte. „Eine funktionierende Gastronomie ist der Garant für Tourismus“, sagte Robenek. Mit Blick auf die jetzige Verbandsgemeinde Rengsdorf stellte Robenek fest: „Wir müssen das auch im oberen Bereich angehen. Dort haben wir zu wenige Beherbergungsbetriebe.“

Uneins waren die Kandidaten in der Frage nach einem hauptamtlichen Ersten Beigeordneten. Die Fusionsvereinbarung sieht vor, dass Breithausen im Falle einer Niederlage bis zum Ende seiner Amtszeit, für die er ursprünglich gewählt wurde, hauptamtlicher Beigeordneter bleibt. Danach erachtet Breithausen einen hauptamtlichen Beigeordneten als nicht notwendig: „Wir sind angetreten, um Kosten zu sparen. Wir bekommen das auch ohne hauptamtlichen Ersten Beigeordneten hin.“ Er verwies auf zwei Büroleiter, die Abteilungsleiter und die qualifizierten Mitarbeiter. Robenek befand, die 100 000 Euro jährlich fielen angesichts des Wiedtalbad-Defizits dann auch nicht weiter ins Gewicht. Für eine saubere Arbeit sei ein Beigeordneter sinnvoll: „Eine VG mit 20 Gemeinden bedeutet unglaubliche Arbeit. Ich plädiere für einen hauptamtlichen Beigeordneten mit eigenem Geschäftsbereich.“

Zu guter Letzt brachte ein Zuhörer die Sprache auf den eigentlichen Grund, warum in den Verbandsgemeinden überhaupt Wahlen anstehen: die Fusion. Ob er mit höheren Steuern rechnen müsse, wollte er wissen. Robenek sah darin ein „heikles Thema“. „Wir haben selbst sehr lange über die Sinnhaftigkeit der Fusion diskutiert.“ Klar sei, dass es bei der Fusion Gewinner und Verlierer gebe – die Ortsgemeinde Rengsdorf in Zukunft etwa mehr Umlage zahlen müsse.

Breithausen erinnerte daran, dass genau das ja Sinn und Zweck der Fusion sei: „Dass die Kosten auf mehrere Schultern verteilt werden.“ Ob die Grundsteuern in Zukunft erhöht werden, darüber wollten die Kandidaten nicht spekulieren. Das habe er auch nicht anders erwartet, sagte der Fragesteller. Allerdings habe er sich anhand der Antworten dann doch ein Bild der Kandidaten gemacht. Wer ihn mehr überzeugte, behielt er aber für sich – und sagte es später dem Kandidaten direkt.

 

 
RZ Kreis Neuwied vom Samstag, 12. August 2017, Seite 11
 

  

Wiedtalbad: Robenek rudert zurück

Podiumsdiskussion

 

Bürgermeisterkandidat will Freibad doch erhalten – Breithausen will erst „belastbare Zahlen"

 

 

Die Zukunft des Hausener Wiedtalbads erhitzt weiter die Gemüter – und lässt auch die Politiker mitunter ratlos zurück. Das zeigte sich bei der Podiumsdiskussion der beiden Bürgermeisterkandidaten für die neue Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach. Während Christian Robenek (CDU), der nach seiner Nominierung noch gesagt hatte, ein zweites Freibad neben dem in Rengsdorf halte er für zu viel, das Bad in Hausen plötzlich doch erhalten will, brachte SPD-Bewerber Hans-Werner Breithausen eine Bürgerbefragung ins Spiel – nur um diese Option auf kritische Nachfrage eines Zuhörers wieder zu entkräften.

Mehr als 100 Besucher waren der Einladung des Waldbreitbacher Gewerbevereins in die Kurtscheider Wiedhöhenhalle gefolgt. Von Moderator und RZ-Redakteur Ralf Grün nach seiner Meinung zum Hausener Wiedtalbad befragt, gab Robenek zu Protokoll, er komme nach Abwägung aller Faktoren zu dem Schluss, dass die derzeitige Struktur erhalten und erneuert werden müsse. Dazu gehörten ein Hallenbad und ein kleines Freibad. Viele Besuche im Wiedtal hätten ihn davon überzeugt.

Wie Mitbewerber Robenek unterstrich auch Breithausen die Bedeutung des Bades für das Schulschwimmen. Allerdings sei in den vergangenen sieben Jahren einiges versäumt worden. Eine Kostenrechnung müsse komplett neu aufgesetzt werden. Angesichts der im Raum stehenden Zahlen – ein Defizit von jährlich 600 000 Euro, mutmaßliche Investitionskosten zwischen 8 und 10 Millionen Euro – könne er nicht pauschal Ja oder Nein zum Erhalt des Bads sagen, es brauche belastbare Zahlen. „Das Wiedtalbad wird eines der zentralen Themen der neuen VG", prophezeite Breithausen und sagte, er könne sich vorstellen, die Bürger dazu zu befragen.

Kritik äußerte ein Zuhörer an dieser Option: „Wir wählen einen neuen Bürgermeister und einen neuen Verbandsgemeinderat. Über die Zukunft des Wiedtalbads sollten nicht Leute entscheiden, die davon nicht berührt sind. Diese Entscheidung gehört in das Gremium." Breithausen entgegnete, er habe nur eine Überlegung geäußert. Er sei schon immer der Meinung gewesen, dass die Entscheidung in den Rat gehöre. obi

Mehr zur Podiumsdiskussion lesen Sie auf Seite 14

 

 

 

 

   

 

 

 

  

 

 

Blick aktuell, Ausgabe 12/2017 vom 22. März 2017 

 

 

 

 Rhein-Zeitung, Ausgabe Neuwied vom 15. März 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Rhein-Zeitung, Ausgabe Neuwied vom 15. Februar 2017, Seite: 13

 

 

 

 Rhein-Zeitung Ausgabe Neuwied vom 13. Februar 2017, Seite: 20

 

 

 

 Rhein-Zeitung Ausgabe Neuwied vom 10. Oktober 2016, Seite 23

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bewerber können auf Hochburgen zählen

Breithausen und Robenek haben Verbesserungspotenzial ausgemacht

 

Von unserem Redakteur Robin Brand

 

Rengsdorf/Waldbreitbach.

 

 

Am Morgen nach der Wahl klangen sie schon wieder kämpferisch: Sowohl Hans-Werner Breithausen als auch Christian Robenek haben bei der Bürgermeisterwahl dort gepunktet, wo man es erwarten konnte. Beide Bewerber haben aber auch Orte ausgemacht, wo es bei der Stichwahl besser klappen soll. SPD-Mann Breithausen holte mehr Stimmen im Rengsdorfer Land, der CDU-Politiker Robenek war im Wiedtal stark. Oder anders ausgedrückt: Keiner der Bewerber konnte im Stammland der anderen Partei hohe Überraschungserfolge einfahren – Kurtscheid ausgeklammert.

Zünglein an der Waage war am Ende Rengsdorf. In der größten Gemeinde hatten sich beide Kandidaten gute Chancen ausgerechnet. Letzten Endes distanzierte Robenek seinen Kontrahenten dort deutlich und rettete sich so in die Stichwahl. „Das zeigt, dass die Leute mit meiner Politik zufrieden sind, sonst wäre dieses Wahlergebnis nicht zustande gekommen", konstatierte Ortsbürgermeister Robenek, während sich Breithausen auch am Tag nach der Wahl noch überrascht zeigte von dem Resultat. Eines machte der Amtsinhaber deutlich: Ein zweites Mal soll ihm das nicht passieren. Vor allem am heutigen und kommenden Verwaltungssitz wird Breithausen in den kommenden drei Wochen Präsenz zeigen. Einverstanden zeigte er sich dagegen mit seinem Abschneiden in der VG Waldbreitbach, die traditionell ein schweres Pflaster für die SPD ist. „Ich denke, das war in Ordnung", sagt Breithausen. In Hausen und Datzeroth heimste er gar mehr Stimmen ein als Robenek, in Niederbreitbach hielten sich die Verluste auf seinen CDU-Kontrahenten in Grenzen. Deutlich wurde es dagegen in Breitscheid, Roßbach und vor allem Waldbreitbach, wo Robenek auf 57,4 Prozent der Stimmen kam. Dieser ist denn auch rückblickend mit seinem Wahlkampf im Wiedtal zufrieden – anders als mit seinem Abschneiden in Straßenhaus und Kurtscheid.

In Kurtscheid, sonst auch mal eine CDU-Hochburg im Rengsdorfer Land, holte der Sozialdemokrat satte 58,9 Prozent, in Straßenhaus gar mehr als doppelt so viele Stimmen wie Robenek. Dort will Robenek „Ursachenforschung" betreiben. „Gerade über das Ergebnis aus Kurtscheid, das sonst immer wertkonservativ wählt, war ich überrascht", gibt Robenek zu. Auch mit einem so deutlichen Rückstand in Straßenhaus habe er nicht gerechnet.

Mit Argusaugen dürften beide Bewerber nun das weitere Vorgehen der Grünen beobachten, die durch die Bank ihr Stammwählerpotenzial ausschöpfen konnten. „Es stellt sich die Frage, ob das eher Stimmen waren, die Hans-Werner Breithausen oder mir verloren gingen", weiß Robenek. Über eine

mögliche Wahlempfehlung mag Robenek nicht spekulieren. Aber man sei immer in Gesprächen. „Bisher haben wir das Signal vernommen, dass die Grünen keine Wahlempfehlung geben wollen", sagt Robenek und lässt es fürs Erste dabei bewenden. Schon vor der Wahl hatten die Spitzenkandidaten von FWG und FDP eine Wahlempfehlung ausgeschlossen – und auch nach der Wahl bleiben sie dabei. Heute Abend kommt die FWG zusammen, um die Wahlergebnisse zu analysieren. Holger Klein geht aber davon aus, dass die FWG bei ihrer Haltung bleibt. Auch Theodora Lippemeier, Spitzenkandidatin der FDP bekräftigte den Standpunkt der Liberalen. Man verfolge die Bürgermeisterwahl am 15. Oktober emotionslos und freue sich auf eine gute Zusammenarbeit mit dem kommenden Chef im Rathaus.

Indes scheinen beide Bewerber gewillt, in den kommenden Tagen und Wochen auch andere Töne anzuschlagen, um am 15. Oktober für eine hohe Wahlbeteiligung zu sorgen. „Wir werden noch mal angreifen", sagt Breithausen. Und Robenek sagt, man wolle noch an die ein oder andere getätigte Aussage erinnern. Ins Detail wollte er nicht gehen: „Wir wollen unser Pulver ja nicht am ersten Tag schon verschießen."

RZ Kreis Neuwied vom Dienstag, 26. September 2017, Seite 16 (0 Views)